Wir haben die besten Tipps zur Eingewöhnung in Anlehnung an unser Kindergarten Trostbuch - Der kleine Seelentröster zusammengefasst
Loslassen & Vertrauen - Und warum das so schwierig istDie Zeit von Geburt bis zum Kindergarten verfliegt geradezu. Viele Kinder gehen bereits mit 2 Jahren in den Kindergarten und so ist es kein Wunder, dass uns alles so vorkommt, als wäre es gestern.
Und dann ist er da: Der erste Kindergartentag. Man hat schon viel von ihm gehört, doch wenn man dann vor der Gruppe steht und sein Kind in noch völlig fremde Hände geben muss, rücken alle guten Vorsätze in den Hintergrund.
Wirklich alles. Dieser Prozess setzt Gefühle frei, die wir als Mutter oder Vater bis dahin noch nicht kannten. Aber … bei unseren Kindern selbstverständlich auch.
In diesem Artikel geht es um weinende Mamas und schreiende Kinder. Aber nicht um die Frage, wem fällt es eigentlich schwerer, loszulassen?
Es geht darum, wie man das Unvermeidliche „Die Trennung“, so gefühlvoll wie nur möglich über die Bühne bringen kann und vor allem, wie es geht.
Die vielen Fragen, Sorgen und Ängste, die man als Eltern hat, ohne als Klette oder Helikoptereltern abgestempelt zu werden.
Fakt ist, das Thema geht die ganze Familie an und ist oft schwerer, als man denkt. Aber es hält auch viele tolle Überraschungen bereit und birgt ein riesiges Potenzial, miteinander und zusammen zu wachsen.
Für mich als Mutter war der Kindergarten ein großer Einschnitt in meinem Leben, den ich gerne mit euch teilen möchte. Nicht weil ich so viele Bücher zum Thema gelesen habe, Nein! Weil ich es erlebt habe und weiß, wie es sich anfühlt und schmerzt und aufwühlt. Ich stemple niemanden ab und nehme generell jeden und jedes Problem ernst.
Was bedeutet eigentlich diese Trennung für Eltern und Kinder?
Eigentlich haben Eltern und Kinder bei diesem Thema eine ähnliche Not, allerdings aus völlig anderen Blickwinkeln.
Kinder verlassen, vielleicht sogar das erste Mal, ihre gewohnte Umgebung und damit ihre Sicherheit. Mama oder Papa. Sie kennen nichts anderes als Sicherheit. Von daher fällt es ihnen schwer, darauf zu vertrauen, dass diese Situation „Alleine im Kindergarten“ für das Kind wirklich das Beste ist. Als Eltern sollte man verstehen, dass Kinder in diesem Moment des Trennen existenzielle Not haben, denn das Kind weiß nicht, dass es jeden Tag abgeholt wird. Diese Situation ist gelinde gesagt „Horror“, doch sie birgt auch einen ungeheuren Lerneffekt, nämlich: „Ich kann mich auf Mama oder Papa verlassen, denn sie stehen zu ihrem Wort und geben mir Sicherheit“
Natürlich fällt es dem einen Kind leichter als dem anderen Kind. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle.
Wichtig ist, wie Mama und Papa mit dieser Situation umgehen. Vermitteln sie das Gefühl „Es ist alles in Ordnung“ oder eher „Ich habe solch ein schlechtes Gewissen, mein Kind hier allein zu lassen“.
Damit wird eine starke unterschwellige Botschaft an das Kind gesendet. Sind Mama oder Papa auch nur ein bisschen nervös, überträgt sich dieses Gefühl auch auf das Kind.
Klar versuchen wir unser Bestes, die Ruhe in Person zu sein, obwohl wir innerlich auf glühenden Kohlen tanzen. Doch Kinder haben ganz feine Antennen und spüren jede kleinste Unsicherheit.
Man kann als Eltern eine Menge kleiner Tricks und Tipps beachten, die Ihnen selbst und somit auch den Kindern mehr Sicherheit in solchen Situationen geben können.
Zum Beispiel:
Achten Sie auf Ihre Wortwahl:
Sätze wie: “Keine Sorgen” oder “Alles wird gut!”
„Wenn du mich brauchst, bin ich da!“
“Du musst keine Angst haben!”
“Wovor fürchtest du dich denn so?”
Bei diesen Sätzen schrillt im Kopf Ihres Kindes der Alarm!
Es schlussfolgert daraus: „Also muss ich ja doch Angst haben?“
Besser ist es zu sagen:
„Viel Spaß beim Spielen, ich bin gespannt, was du mir zu erzählen hast, wenn ich dich wieder abhole!“
Dieser Satz zeigt dem Kind zwei Dinge:
- Das hört sich gut an, Spielen kenne ich und mache ich gerne und
- Ich werde in jedem Fall wieder abgeholt.
Da knüpfen wir auch an die erste große Sorge der Kinder, die das erste Mal in den Kindergarten gehen, an: „Hoffentlich werde ich wieder abgeholt!“
Die Sorge oder die Gedanken kann man als Elternteil nicht vollständig nehmen, doch dafür lernen Kinder nach dieser relativ kurzen Trennung, dass es stimmt, was sie als Eltern sagen und sie sich zu 100 % auf sie verlassen können. Stück für Stück vermitteln sie so Sicherheit für das ganze Leben.
Wenn man diesen Gedanken als Elternteil verinnerlicht hat, fällt es ein wenig leichter loszulassen (So ging es mir jedenfalls)
Geben Sie den Kindern positive Affirmationen mit:
- Nach dem Kindergarten holt mich meine Mama/Papa immer ab!
- Ich schaffe das
- Alles ist gut
Zeigen Sie Verständnis Ihrem Kind gegenüber und lassen Sie es fühlen, dass Sie seine Grübeleien und Ängste ernst nehmen:
"Es ist normal, dass man traurig ist, wenn man jemanden, den man sehr liebt, vermisst. Doch es ist möglich mit diesem Gefühl (Im Buch: Das „Mama-Vermiss-Gefühl“) umzugehen und trotzdem einen schönen Tag zu verbringen."
Rituale:
Rituale sind der Grundstein für Vertrauen & Sicherheit. Genau wie Ihr Kind mit der Zeit lernt, dass wirklich immer jemand kommt, sorgen Rituale dafür, dass Situationen wiedererkannt und zugeordnet werden können. Sie sorgen für Struktur und damit für Sicherheit.
Rituale können kleine Dinge sein, die wir oft nicht bewusst wahrnehmen, weil wir diese schon so verinnerlicht haben.
Welche Rituale haben Sie zu Hause? Überlegen Sie bewusst, wie Ihr Tagesablauf aussieht.
Rituale automatisieren sich und sind Teil des Familienalltags. Auch für die Eingewöhnung im Kindergarten bzw. für die Situation des Loslassens und der Trennung kann man Rituale benutzen, die Eltern und Kinder begleiten.
Rituale in den Tagesablauf einbauen:
Der Tag beginnt mit dem Aufstehen: Sorgen Sie dafür, dass alles in Ruhe geschehen kann und keine Hetze oder Eile herrscht. Lieber etwas früher aufstehen.
Eine tägliche Frage für zu Hause könnte zum Beispiel sein:
Welches Kuscheltier darf heute mit in den Kindergarten?
Diese Frage bereitet das Kind darauf vor, was kommt. Es darf sich überlegen, welches Kuscheltier es heute mitnehmen darf. Außerdem weiß es, dass es auf keinen Fall alleine ist.
Wenn Sie am Kindergarten ankommen, hilft es dem Kind sehr, wenn Sie anfangs immer das Gleiche tun. Ein Ritual könnte sein, ein kleines Wettrennen zu seinem Platz zu machen. Ein ruhiges Umziehen und zum Abschluss ein „Viel Spaß-Kuss“. Wichtig ist es, dann schnell auf Wiedersehen zu sagen, ohne großes Verabschieden.
Schauen Sie anhand Ihres morgendlichen Ablaufes, was Sie ritualisieren können. Auch wenn es nur das gemeinsame "Schuhe anziehen“ ist, hilft es für eine wiederkehrende Situation, die Sicherheit gibt.
Das „schnelle“ Verabschieden
Das schnelle Verabschieden vermittelt Ihrem Kind Sicherheit. Es ist schwer vorstellbar, wenn man sich von seinem weinenden oder gar schreienden Kind fortdreht. Je nach Eingewöhnung bleibt ein Elternteil ja eine Weile beim Kind, siehe „Berliner Eingewöhnungsmodell“, so dass eine plötzliche Schocktrennung in den meisten Fällen nicht zustande kommt. Das Kind hat also bereits gesehen „wie es im Groben funktioniert“. Allerdings wird es von seinen Gefühlen überrollt, wenn der Moment dann plötzlich da ist. Ein kleines Kind kann nicht sagen „Es geht mir gerade nicht so gut, weil…“. Es schreit, weil es existenzielle Angst hat. Das hört sich alles schrecklich an und unter uns Eltern, das ist es auch. Aber …. Diese Geschichte werden die meisten Eltern bereits gehört, gelesen oder selbst erlebt haben. Nach ein paar Minuten ist es bei den meisten Kindern bereits wieder vorbei. Die Erzieher lenken das Kind ab und trösten. Für genau solche Situationen haben wir das „Trostbuch für den Kindergarten - Ein kleiner Seelentröster nicht nur für die Eingewöhnung“ entwickelt. Das Kind kann sich Fotos von zu Hause ansehen, die Geschichte von Maxi, der ebenfalls den ersten Tag im Kindergarten verbringt, vorgelesen bekommen und viele Spielvorschläge und Gesprächsanregungen von den Erziehern bekommen. Außerdem geht das Buch auf die Gefühle des Kindes ein, so dass es sich Stück für Stück unbewusst auch damit auseinander setzen kann.
Tipps zum Abholen:
Wenn Sie Ihr Kind abholen, sollte das „Wiedersehen“ nicht zu überschwänglich geschehen. Damit gestehen Sie sich und Ihrem Kind nämlich heimlich ein, dass die Trennung doch eine größere Sache war, als eigentlich besprochen. Halten Sie dafür direkten Blickkontakt und fragen Sie nach dem Tag und was das Kind alles erlebt hat.
Ein weiteres Ritual könnte beim „Abholen“ sein, dass Mama oder Papa immer ein Gummibärchen in der Tasche hat, worauf sich das Kind jeden Tag freut.
Vorbereitung und Tipps für die Trennung:
- Neue Menschen sollten immer vorab vorgestellt werden. Sei es durch Fotos oder Erzählungen!
- Aus diesem Grund kann man auch (sofern die Erzieher/innen das möchten) Bilder von Ihnen zu Hause aufhängen, weil diese bald einen Großteil der Zeit mit dem Kind verbringen werden. Das schafft Vertrauen.
- Es hat sich bewährt, bereits früh Kuckuck-Spiele zu spielen bzw. spielerisch die Kinder darauf vorzubereiten, dass man da ist, auch wenn das Kind den Elternteil gerade nicht sehen kann.
- Bereiten Sie spielerisch auf eine Trennung vor z.B. mit einer Schatzsuche und anschließender Überraschung.
- Auf genug Schlaf achten und einen guten Rhythmus finden, damit das Kind „stabil“ ist und nicht müde oder weinerlich.
- Das Kind spürt immer auch die eigene Angst und leitet seine persönliche Sorge davon ab. Versuchen Sie als Elternteil, sich selbst zuerst mit dieser Situation zu arrangieren und für sich zu akzeptieren.
- Erklären Sie Ihrem Kind immer neutral, was kommt bzw. was es erwartet.
- Die Ängste des Kindes erst thematisieren, wenn es das möchte bzw. von sich aus kommt. Sonst läuft man Gefahr, unnötig Sorge zu schüren.
- Das Abholen lieber nicht an eine Uhrzeit knüpfen, sondern lieber an ein Ereignis. Es kann immer geschehen, dass Sie sich verspäten. Siehe auch im Buch: Ich werde abgeholt, wenn ….
Z. B. „Siehst du, nach dem Essen bin ich da!“ - Vergessen Sie nicht, dass Kinder ihre Angst nicht in Worte fassen können. Sie fühlen nur, dass es „kein gutes Gefühl ist“. Im Buch wird es beschrieben, mit dem „Mama-Vermiss-Gefühl“, das im Bauch „zwickt und zwackt“.
- Trennungen immer in kleinen Schritten herbeiführen. Nicht von jetzt auf gleich ohne Vorbereitung.
- Eltern sollten sich niemals fortschleichen, um das Weinen zu umgehen, denn dieses Verhalten kann das Vertrauen sichtlich erschüttern. Meist beruhigt sich das Kind nach einer kurzen Zeit. Das Kind darf weinen, Sie zeigen damit, dass seine Gefühle ernst genommen werden. Es ist nun mal nicht schön, wenn Mama und Papa gehen. Aber! Danach spielt es meist glücklich.
- @Edit: Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht und habe es natürlich nicht geglaubt. Wenn eine Mama oder ein Papa das eigene Kind weinen hört, grenzt das schon fast an Folter. Bei uns war es nicht anders. Ich musste als Mutter den ersten Schritt gehen und zwar hinaus aus der Tür, um loszulassen. Unsere Erzieherinnen halfen mir in dieser Zeit damit, dass sie die Hintertür aufmachten und mir zuriefen, dass alles in Ordnung sei. Und tatsächlich sie weinte nicht mehr. Das haben wir eine Woche lang so gehandhabt und nun ist alles OK.
- Diese Phasen des „Nicht-Wollens“ treten aber immer und immer wieder auf. Das ist gut und richtig so. Ihr Kind entwickelt sich, es sortiert sich neu und testet seine Grenzen aus.
- Es kann auch ein Poster im Kinderzimmer helfen mit dem eigenen morgendlichen Ritual. Dieses sollte immer gleich aussehen und das Kind kann daran erkennen, was es selbst dazu beitragen kann. Hier können Sie unser kostenloses Poster mit einem schönen „Morgen-Gebet“ downloaden.
- Denken Sie sich ein eigenes „Bindungsritual“ aus. Das festigt Ihren Tagesablauf und die Beziehung zueinander.
